MotorBlogs – Bestens im Bilde sein beim Rückwärtsfahren und Rangieren, das wünschte sich jeder Kraftfahrer, vor allem auch hinterm Lenkrad eines großen Nutzfahrzeugs. Je kolossaler die Abmessungen solcher Gefährte sind, desto schwieriger wird es, die Übersicht über all das zu gewinnen, was sich augenblicklich hinterm Heck abspielt. Weder extra große Außenspiegel noch pfiffige Einstellwinkel oder raffinierte Zusatzspiegel können das gefahrvolle Handicap letztlich ausgleichen. Vor allem Abfallsammelfahrzeuge kommen täglich mehrfach in Situationen, in denen kurze Rückwärtsfahrten und Wendemanöver auf engem Raum notwendig werden.

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Die Tatsache, dass selbst der aufmerksamste Mensch nicht gleichzeitig in verschiedene Richtungen sehen und neben dem Steuern des Fahrzeugs kaum alle Bewegungen von Passanten oder Arbeitskollegen im Blick haben kann, hat die Berliner Stadtreinigung (BSR) vor einem Jahr in Kontakt mit den Informatik- und Robotikexperten von AutoNOMOS gebracht.

Das Start-up – hervorgegangen aus dem Innovationslabor der Freien Universität Berlin – entwickelte ein neuartiges RückfahrAssistenzSystem (RAS), das in den kommenden Monaten an mehreren BSR-Fahrzeugen im Alltagsbetrieb erprobt wird. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat AutoNOMOS bis 2011 mit über zwei Millionen Euro gefördert.

Bei einer Pressekonferenz in der BSR-Hauptverwaltung wurden Nutzen und Technik von RAS jetzt erläutert. Das System erkennt Personen und Gegenstände hinter dem Fahrzeug zuverlässig und warnt den Fahrer vor eventuellen Hindernissen. Bei Unterschreitung der Sicherheitsabstände ertönt ein Warnton, und auf dem Monitor in der Fahrerkabine wird durch eine farbliche Markierung auf die Gefahr aufmerksam gemacht. Pluspunkte auch für den Arbeitsschutz. Überwacht werden die Trittbretter und der Lifter am Heck des Müllsammelfahrzeugs. Sobald ein Trittbrett belastet ist, kann das Fahrzeug nicht rückwärts bewegt werden. Beim Vorwärtsfahren ist Mitfahren auf dem Trittbrett nur bei einer Geschwindigkeit unter 30 km/h erlaubt.

 

Wenn die praktische Erprobung erfolgreich abgeschlossen ist, kann das RückfahrAssistenzSystem RAS auch bei anderen Nutzfahrzeugen eingesetzt werden. (news2do.com/Wolfram Riedel)

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