BSR – Rückwärts fahren – noch immer nicht Jedermanns Sache. Schwer ist es vor allem für Lastwagenfahrer, die sich oft nur vortasten können, da sie immer einen oder mehrere tote Winkel bedenken müssen. Und die Statistik sagt leider, dass sich immer wieder schwere und mitunter tödliche Verkehrsunfälle ereignen – trotz aufmerksamer Fahrer, vieler Außenspiegel und herkömmlicher Rückfahrkameras. Um solche Unfälle in Zukunft zu vermeiden, hat die BSR das Innovationslabor AutoNOMOS Systems beauftragt, ein Konzept für ein neuartiges Rückfahr-Assistenz-System zu entwickeln.

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Endlich – die Tage werden wieder länger, wärmer und freundlicher. Wir werden wieder Fahrrad fahren, die Kinder spielen an der frischen Luft. Das bedeutet aber auch, dass Auto- und Lkw-Fahrer besser aufpassen müssen, vor allem beim Rückwärtsfahren. In vielen Pkw sind bereits Kamerasysteme eingebaut, die das Rückwärtsfahren und Einparken erleichtern – schwer ist es bisher jedoch für Lastwagen, den Überblick zu behalten. Das soll sich in Zukunft entscheidend ändern, denn ein innovatives Rückfahr-Assistenz-System (RAS) kann nun selbstständig Hindernisse erkennen. Die Probe auf’s Exempel macht die Berliner Stadtreinigung (BSR) – sie will im Alltagsbetrieb testen, wie das neue System der Robotik-Experten von AutoNOMOS funktioniert.

AutoNOMOS, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit über zwei Millionen Euro gefördert, ist hervorgegangen aus einem Innovationslabor der Freien Universität Berlin (FU) und besteht aus einem Team von Informatik- und Robotikexperten rund um die Gründer Tinosch Ganjineh, Michael Schnürmacher und Patrick Vogel. AutoNOMOS konzipierte bislang vor allem „intelligente“, selbstlenkende Autos. Mit ihren spektakulären Aktionen im Berliner Straßenverkehr (ein Auto ohne Fahrer am Lenkrad) machte das junge Start-up, das seit neuestem eine GmbH ist, auf sich aufmerksam. So auch die BSR: Nach rund einem Jahr Entwicklungsarbeit ist die erste RAS-Version nun fertig und wurde in der BSR-Hauptverwaltung vorgestellt.

Der Fahrer des Müllwagens sieht auf dem Monitor, ob sich Hindernisse im Weg befinden.

Das Team von Autonomos.

Neuigkeiten für Trittbrettfahrer

Und so funktioniert das System, das nach der Probephase an drei Wagen der BSR zu einem Serienhit an Lkw avancieren könnte: Zwei Kameraboxen (mit digitalen Stereokameras) nehmen den Bereich hinter und neben dem Wagen auf (Personen und Gegenstände im Umkreis von fünf Metern) und warnen den Fahrer beim Rückwärtsfahren. Dieser sieht den Bereich auf seinem Monitor in der Fahrerkabine. Überdies erhält der Fahrer Tonsignale. Die Kameras können sogar registrieren, ob ein Mitarbeiter auf einem der Trittbretter steht – dann wird das dann ohnehin verbotene Rückwärtsfahren gestoppt. Auch das Absenken von nicht ausgehängten Mülltonnen kann verhindert werden.

Dass an der Technik reges Interesse herrscht beweist die Tatsache, dass viele Vertreter anderer Betriebe, die ebenfalls Lastwagen oder Busse einsetzen, bei der Präsentation in der BSR-Hauptverwaltung anwesend waren. BSR-Personalvorstand Andreas Scholz-Fleischmann darf sich über die innovative Maßnahme aus vielerlei Gründen freuen. Nicht nur ist die BSR dann Vorreiter in Sachen Arbeitsschutz und Sicherheit auf den Straßen, auch die Zusammenarbeit mit einem so jungen Unternehmen wie der AutoNOMOS Systems ist zu begrüßen.

Hans-Peter Hiepe vom BMBF erinnerte an die Anfänge von AutoNOMOS und betonte: „Das Rückfahr-Assistenz-System zeigt, wie man mit unternehmerischem Blick aus einer hochspezialisierten wissenschaftlichen Forschung neue Produkte und Problemlösungen mit hohem Marktpotenzial schaffen kann.“

Geschäftsführer Patrick Vogel fasste zusammen, was am wichtigsten sein dürfte: „Die Interaktion zwischen Mensch und Maschine sowie zwischen etabliertem Unternehmen und Start-up, könnte nicht perfekter sein.“

Weitere Informationen zum ForMaT AutoNOMOS finden Sie hier.